Vodka und Wasser

Presse Jounal



Herr E, warum hast Du eigentlich eine Elefantenmaske auf? Schämst Du Dich für Dein Geschäft? 

Herr E: Wir handeln mit Vodka und nicht mit Waffen. Ich kann jeden morgen in den Spiegel schauen, dabei hilft zugegebenermaßen die Maske.  
Berlin ist  derzeit „die“ Stadt für Künstler, Grafiker, Designer und Musiker –groß ist das Angebot für diese Menschen im Nachtleben. Wo findet man in Frankfurt Plätze die „Berlin like“ sind? (Cafe´s, Bars, Restaurants, etc.)
 
Herr E: Berlin - ein staatlich subventionierter, von Neo-Nazis umzingelter Freizeitpark. Uns fehlen schlicht die Mittel das Detail getreu nach zu bauen.

Amin Fallaha: Also mal ehrlich. Leute, die es nicht nach Berlin geschafft haben, müssen schon suchen! Für alle, die der Realität in die Augen sehen, gibt es immerhin die Kleinmarkthalle, Lichter Filmtage, Pulse & Vogue, Freiraum, Moderausch, Moloko, Cookies in the box und natürlich die Berliner Bar.

Seit März 2009 organisiert ihr zusammen die Vodka und Wasser Parties. Was ist euer Konzept? 

Herr E: NoNeon! 

Amin Fallaha: Freaks and Beauties! 

Lukas Altmann: Mit viel Liebe und Farbe! 

Wie ist die Idee entstanden, Parties abseits des Mainstreams zu organisieren, und vor allem das erstmal aus „eigener Tasche“ zu finanzieren? 

Lukas Altmann: Auf der Dippemess im Riesenrad... 

Amin Fallaha: Wir kamen in keinen Club rein! Der Lukas wollte nie sein Hemd bügeln...  

Lukas Altmann: Genau. Der Plan war, vor dem Türsteher dar zu sein.    

Wer ist eure Zielgruppe?  

Lukas Altmann: Mark Ayunts und Wolf Holtz Hand in Hand auf der Bass-Box. 

Türpolitik? 

Lukas Altmann: Unsere Türsteher sind aufmerksame Beobachter: Angstschweiss auf der Stirn, das Klammern an die beste Freundin und „ich kenne den Amin“-Schreie helfen hier sicher nicht weiter. 

Amin Fallaha: Ich liebe es die Jungs im Waldstadion spielen zu sehen, aber wenn der Laden voll ist, kommen auch 12 Eintracht Spieler nicht an unseren Türstehern vorbei. 

Herr E: Keine Parties mehr an spielfreien Wochenenden. 

Welche Musik spielt ihr. Gibt es einen „Sound of Frankfurt“ für euch? 

Lukas Altmann: Im Vergleich zum „Sound of Karben“ weniger melodisch! 

Wie seht ihr die Entwicklung? Wird es mehr Parties geben, deren Ziel es ist, eine Veranstaltung für ein independent Publikum zu schaffen? 

Lukas Altmann: Klar! Das Leben besteht nämlich nicht nur aus mit Vorstadt-Kids überschwemmten Großraumdiscos, sich mit einem Banker um den nächsten 10-Euro-Longdrink an der hippen Bar zu prügeln und Hits am Stück. 

Herr E: Gott war noch nicht in Frankfurt aus, sonst würde er das nicht zulassen! 

Amin Fallaha: Wir verkaufen den Leuten die Hoffnung auf ein bisschen Sex, und wenn sie den nicht bekommen haben, sollen sie sich wenigstens denken: „Man, war das ne geile Party!“ 

Aller Anfang ist schwer – wie habt ihr die Parties publik gemacht, denn, der klassische Flyer aus den 90er Jahren ist ja schon beinahe aus der Mode gekommen? 

Amin Fallaha: Wenn du diese Flyer meinst, von denen du 10 Stück an deinem Auto hast wenn du 5 Minuten in der Stadt parkst...  

Herr E: „Entschuldigen Sie bitte, wir sind Kunststudenten, können wir kurz den Gabelstapler...“  

Was unterscheidet eure Parties/ Veranstaltungen von einer herkömmlichen Veranstaltung in Frankfurt? 

Lukas Altmann: Warst Du schon mal auf einer Elektroparty in einer Lagerhalle, auf der man Riesenrad fahren kann? 

Amin Fallaha: Unsere „Lost and Found-Rubrik“ würde mir da noch einfallen.  

Was für ein Publikum wünscht ihr euch für eure Parties? 

Herr E: Wolff Holtz und Mark Ayunts Hand in Hand auf der Bass-Box. 

Was sind Eure Pläne für dieses Jahr? 

Amin Fallaha: Museumsuferfest, Vodka und Wasser am See und noch einiges mehr.    
 

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